Mit dem Report RPUAUD00 der SAP können Sie nachvollziehen, welcher Benutzer welche Änderungen an den Stammdaten von Personalnummern vorgenommen hat. Dies ist vorteilhaft, wenn zum Beispiel fehlerhafte Daten eingespielt wurden, falsche Daten versehentlich gelöscht wurden oder auf den ersten Blick nicht nachvollziehbare Stammdaten auftreten. An sich ein sehr praktischer Report, jedoch hat er Report unserer Meinung nach für Anwender einige Schwachstellen. Diese Schwachstellen wollen wir Ihnen in diesem Blogartikel verdeutlichen.

Der RPUAUD00 ist ein dreiseitiger Report. Auf dem Selektionsbildschirm kann gewählt werden, welche Änderungen an den Stammdaten angezeigt werden sollen. Hierbei kann bspw. zwischen dem Änderer, der Personalnummer und dem Infotypen selektiert werden.

Nach Ausführen des Reports erscheint eine Übersicht aller Sätze, welche zu den zuvor gesetzten Selektionsbedingungen passen. Per Doppelklick auf einen Satz können die Felder des Infotyps vor und nach der Änderung eingesehen werden.

Der RPUAUD00

Um Ihnen die Schwachstellen des Reports zu verdeutlichen, nehmen wir folgenden Fall an: Sie spielen fälschlicherweise (bspw. über eine LSMW) einen IT0006-Satz vom 01.12.2015 – 31.12.9999 mit der geänderten Straße „Neue Teststraße 1“ an, dieser neue Satz überschreibt daraufhin drei bestehende Sätze und füllt einen Zeitraum, in dem vorher kein Satz vorhanden war.

Im Bild oben sehen Sie die drei Sichten. Im Selektionsbildschirm wurde die Auswahl so eingeschränkt, dass nur die Personalnummer 6 und der Infotyp 0006 angezeigt wird. In der zweiten Sicht sehen Sie nun die Protokollköpfe. Diese zeigen Informationen über die Änderung, wie den Benutzer, das Datum, die Uhrzeit sowie einige Informationen zur Personalnummer. Durch einen Doppelklick auf einen der Einträge kommen Sie in die Detailsicht. Hier werden die alten Werte und die neuen Werte der Infotypen angezeigt.

Kommen wir zur ersten Schwachstelle:

Schwachstelle 1: Es ist schwer den relevanten Satz zu finden

Nehmen wir an, Sie suchen diese Änderung, da Sie den vorherigen Wert, also den vorherigen Straßennamen, benötigen. Sie können mittels der Eingabe der Personalnummer (hier: PNR 6) und des Infotyps (hier: IT0006) die Ergebnismenge zwar schon stark eingrenzen, bekommen aber trotzdem eine ganze Menge an geänderten Sätzen. Sie haben in dieser Ansicht keine Möglichkeit nachzuvollziehen, hinter welchem Eintrag genau sich die Änderung der Straße zu „Neue Teststraße 1“ befindet. Ihnen bleibt, sofern Sie nicht noch nach dem Datum eingrenzen können, nur übrig, alle Sätze anzuschauen und die Änderung bzw. den vorherigen Wert mühselig zu suchen:

RPUAUD00: viele Einträge zur Selektion

Schwachstelle 2: Relevante Felder finden

Der Report zeigt Ihnen alle Felder an, auch wenn sich dort nichts geändert hat. Da im genannten Beispiel ja mehrere Sätze überschrieben wurden, bekommen Sie nicht nur jedes Feld des Infotyps aufgelistet, sondern jedes dieser Felder dreimal. Das passiert, weil der neue Satz über einen Zeitraum angelegt wurde, in dem vorher drei verschiedene alte Werte vorhanden waren.

Im Infotyp 0006 mag dies durch die wenigen Felder nicht schlimm sein – die Änderungen werden nach kurzem Suchen schnell gefunden – in einem deutlich stärker gefüllten Infotyp wird dies aber problematisch und zeitaufwendig.

Schauen wir uns das Ausgabeprotokoll an, wird diese Schwachstelle deutlicher. Das Ausgabeprotokoll aus unserem Beispiel ist 188 Zeilen lang. Entfernen wir nun alle Zeilen, die nur leere Felder beinhalten, verbleiben uns nur noch wenige, wirklich relevante Zeilen:

RPUAUD00: sehr viele Ausgabefelder, wenig relevante Felder

Hier wird deutlich, dass der Report sehr viele leere Feldzeilen ausgibt und somit das Ausgabeprotokoll unnötig lang wird.

Schwachstelle 3: Was hat der neue Satz überhaupt angerichtet?

Wie beschrieben wurden im Beispiel drei Sätze ersetzt und ein Zeitraum, in dem kein Satz existierte, abgedeckt. Dies ist im RPUAUD00 auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Es gibt viele weitere Kombinationen, die wirklich schwer zu erkennen sind. Denken Sie daran, dass Sätze gesplittet oder abgegrenzt werden können. Diese Informationen aus dem SAP Änderungsprotokoll herauszulesen ist sehr umständlich und nimmt viel Zeit in Anspruch. Teilweise ist dies gar nicht möglich.

Schwachstelle 4: Was bedeutet der Feldinhalt eigentlich?

Angenommen im Infotyp 0006 ändert sich die Anschriftenart. Im Änderungsprotokoll steht im Feld „Alter Feldinhalt“ eine 5, als neuer Wert eine 9. Aber was bedeuten diese technischen Schlüssel überhaupt? Um nun herauszufinden, um was für eine Art von Anschrift es sich handelt, müssten Sie nun selbst im Customizing nachschauen. Es ist nicht möglich, sich den Langtext für die technischen Felder anzeigen zu lassen.

Es gibt noch zahlreiche weitere und durchaus weniger seltene Änderungen, bei denen die Angabe des Schlüssels eher für Verwirrung sorgt – vor allem, wenn kundeneigenes Customizing gepflegt ist.

Fazit

Das Änderungsprotokoll für Infotypen der SAP ist von der Idee her ein wirklich gutes und vor allem nützliches Tool. Bei der Anwendung zeigen sich jedoch einige Schwachstellen, die in Kombination produktive Arbeit erschweren.

Im nächsten Blogartikel erfahren Sie, wie Stammdatenänderungen deutlich besser und effizienter nachvollzogen werden können.