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Entgeltabrechnung, Gesetzesänderungen, Newsticker, SAP HCM, Sozialversicherung

Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der GKV: Auswirkungen auf (SAP HCM) Payroll

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt bereits seit einigen Jahren in einer massiven strukturellen Finanzierungskrise: Die Ausgaben steigen mit knapp 8 % pro Jahr deutlich stärker als die Einnahmen mit ca. 3–5 %. Ohne Gegenmaßnahmen drohen bis 2030 Deckungslücken von bis zu 40 Mrd. €, die einen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von ca. 4,7 % und einem Gesamtbeitragssatz von bis zu ca. 19,3% nach sich ziehen würden – eine deutliche Mehrbelastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie ein Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz 2026 (Kabinett-Entwurf vom 29.04.2026) soll daher ab 2027 stabile Beitragssätze sicherstellen. Der Schwerpunkt der Reform liegt auf einer einnahmenorientierten Ausgabenpolitik: Vergütungs- und Preissteigerungen im Gesundheitswesen werden künftig an die Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen (Grundlohnrate) gedeckelt. Gleichzeitig nimmt das Gesetz – weil reine Ausgabenkürzungen nicht ausreichen – auch die Einnahmenseite in den Blick. Ziel ist eine faire, solidarische Beteiligung aller: höhere Einkommen, Arbeitgeber bei Minijobs und bestimmte Familienkonstellationen sollen einen zusätzlichen Beitrag leisten.

Maßnahmen mit Auswirkungen auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung

Einige Aspekte des GKV-Beitragsstabiliserungsgesetzes haben eine unmittelbare Auswirkung auf die Payroll. Dies umfasst insbesondere:

  • die einmalige zusätzliche / außerordentliche Erhöhung sowohl der Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungsfreigrenze) als auch der Beitragsbemessungsgrenze um 3.600 Euro jährlich bzw. 300 Euro monatlich zum 01.01.2027, 
  • eine Anhebung des pauschalen AG-Beitrags zur Krankenversicherung für Minijobs von bisher 13% auf den allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6% zuzüglich des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von derzeit 2,9%, 
  • einen neuen Beitragszuschlag von 2,5% für Arbeitnehmer, die Ehe- oder Lebenspartner beitragsfrei familienversichert haben sowie
  • die Einführung einer arbeitnehmer- und arbeitgeberseitig freiwilligen Teil-Arbeitsunfähigkeit und eines Teil-Krankengeldes mit entsprechender Erweiterung des eAU-Verfahrens.

Mit Blick auf den nächsten Jahreswechsel 2026/2027 werden wir in den kommenden Wochen und Monaten auf die einzelnen Maßnahmen sowie deren konkrete Auswirkungen auf SAP HCM in gesonderten Blog-Artikeln im Detail eingehen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen des Bundesgesundheitsministeriums zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sowie einen Überblick über die geplanten Maßnahmen finden Sie hier.


Gibt es evtl. ein Thema, was Sie „brennend“ interessiert und worüber wir unbedingt schreiben sollten?

Dann schicken Sie uns Ihre Idee gerne per Mail über das folgende Kontaktformular! Vielen Dank im Voraus!

11. Mai 2026/von Jonas Wiechmann
Schlagworte: Entgeltabrechnung, Gesetzesänderung, SAP HCM, Sozialversicherung
https://l3consulting.de/wp-content/uploads/2023/11/Newsticker-scaled.jpg 1027 2560 Jonas Wiechmann https://l3consulting.de/wp-content/uploads/2025/08/L3_Consulting_Logo.png Jonas Wiechmann2026-05-11 07:00:002026-05-21 15:12:17Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der GKV: Auswirkungen auf (SAP HCM) Payroll
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